Im Sommer 2010 sind wir von Bielefeld (ja, wir kennen die Bielefeld-Verschwörung) nach Köln gezogen. Auch wenn wir zuvor den Teutoburger Wald direkt vor der Haustür hatten, waren wir in Bezug auf wandern eher unverdächtig. Mangel an Gelegenheiten war es eher nicht, sondern wohl zum einen Unkenntnis und die weniger optimale Anbindung von potentiellen Strecken an das öffentliche Verkehrsnetz — wir sind schon lange keine Autofahrer mehr beziehungsweise waren es nie.

Köln stellte einen Wendepunkt für uns da. Sowohl durch die Nähe zur Eifel als auch durch den Umstand, dass die Domstadt Drehkreuz für Pilgerer ist. Durch die Stadt am Rhein führt unter anderem der Jakobsweg. Aktiv angefangen mit dem Wandern haben wir zunächst, um unsere nähere und neue Heimat besser kennen zu lernen. Der Kölnpfad ist dafür gut geeignet. Gleichzeitig ist er auch so was wie eine Einstiegsdroge, denn man kommt in Bezug auf wandern auf den Geschmack. Hat man die 11 Etappen erstmal hinter sich, begibt man sich auf die Suche nach neuen Herausforderungen. Zumindest uns ging es so.

Mit jeder hinter uns liegenden Wanderung wuchsen unser Erfahrungen in Bezug auf das neue, gemeinsame Hobby. Aber auch das Bedürfnis, die gewandeten Strecken festzuhalten. Um sie selber noch mal zu wandern. Um eine Verbesserung bei dem, was wir in de verfügbaren Zeit an Kilometer schaffen, ablesen zu können. Und auch, um die Strecken andern verfügbar zu machen, denn unsere tatsächlich gewanderten Strecken unterscheiden sich in der Regel von den „offiziellen“ Etappen. Sie sind kompatibel mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein An- und Abreise. Uns ist das wichtig, weil wir selber autofrei leben. Aber auch für motorisierte Zeitgenossen dürfte sich die Frage stellen, wie man vom Ziel aus wieder nach Hause kommt, zumindest solange die Autos nicht autonom fahren und am Zielpunkt schon auf einen warten.

Da wir beide auch IT-affine sind wurde uns mit der Zeit klar, dass unseren Bedürfnissen am besten eine eigene Lösung gerecht wird.. So entstand dann das Projekt „Wandersehnsucht“. Dabei erstaunte es uns, dass die Domain überhaupt noch verfügbar war.

Nach und nach werden wir hier auf Wandersehnsucht.de Strecken veröffentlichen. Viele Etappen sind wir schon gewandert, die Daten erfasst, aber es fehlen noch die Texte dazu. Was mich aber zu einem wichtigen Hinweis führt. Zu dem, was wir nicht sind: Reiseführer und poetische Streckenbeschreiber. Wir beschränken uns auf das Nötigste, alles andere kann man den empfohlenen Büchern zur Strecke entnehmen oder unterwegs selber erblicken. Uns geht meistens so, dass wir an die Strecken unvoreingenommen und ohne Hintergrundwissen herangehen. Im Vordergrund steht die Bewegung, die sportliche Herausforderung.

Viel Spaß beim nachwandern!