Merkenich
Köln-Mühlheim
14,8 km
2:50 Std.
+92 m / -95 m
29.09.2013
leicht
Anreise mit der KVB-Linie 12 bis Haltestelle Merkenich.
Rückfahrt mit der KVB-Linie 4 ab Haltestelle Wiener Platz.

Bereits der erste Eindruck der Etappe ist kein guter. Die Kennzeichnung lässt zu wünschen übrig. Das zieht sich leider durch den gesamten Verlauf der 14,8 Kilometer langen Strecke. Bis hin zu einer Straßenüberquerung, wo die entschiedenen Wegmarkierung auf der anderen Seite eines Verkehrsschilds war, so dass man sie gar nicht erkennen konnte. Ohne GPS Gerät kapituliert man vermutlich schon am Fühlinger See. Genau der gehört aber mit zu den schönsten Eindrücken auf der 5. Etappe des Kölnpfads.

Vom Start an der KVB-Haltestelle in Merkenich folgt man zunächst der Edsel-Ford-Straße. Die führt zu den Ford-Werken, die man auf dieser Etappe zum ersten Mal streift. Die Ansiedlung des Autoherstellers in Köln ist eng mit dem Namen Konrad Adenauer verbunden, der 1929 für die Ansiedlung der Werke in Niehl sorgte. Literarisch aufgenommen hat das unter anderem Volker Kutscher in seinem Krimi „Der stumme Tod“. Später in Niehl wird man noch einen weiteren Eindruck bekommen, welche Ausmaße die Ford-Werke in Köln haben.

Zunächst aber geht es weiter zum Fühlinger See, der gleiche mehre Aufgaben zu erfüllen hat. Wettkampfplatz für Sportruderer, Naherholungsgebiet für viele Kölner, Naturfreibad und auch Kulisse für mehrere Großveranstaltungen, unter anderem ein mittelalterliches Spectaculum sowie das Summerjam Festival.

Nach 3,7 Kilometern liegen sowohl die Ford-Werke als auch der See hinter einem. Wenig eindrucksvoll geht es an der 600 Meter an der Neusser Landstraße entlang, bevor man in den Wald abzweigen kann. Dort ist verläuft der Kölnpfad dann parallel zur Landstraße

Der Teil der Etappe hatte den großen Vorteil, dass man dort nur Menschen mit ernsthaften sportlichen Ambitionen und weniger Sonntagsspaziergängern (unproblematisch) oder Sonntagsfahrradfahrern (Risiko durch mangelnde Fahrzeugbeherrschung) begegnete. Wie im Buch erwähnt, stieß man bei diesem Teilstück auch auf die Reste eines Trimm-dich-Pfads. Für Historiker sicherlich interessant.

Nach gut 2,6 Kilometern endet die Waldstrecke an einer Straßenkreuzung. Zur linken befindet sich das ehemalige Werksgelände der „Glanzstoff-Courtaulds GmbH“. In unmittelbarer Nähe dazu „Die Kantine“ — für Köln-Kenner: genau die, die sich vormals auf dem alten Ausbesserungswerk in Nippes befand.

Ein Stück folgt man der Bremerhavener Str., bis man zum berühmten Niehler Ei gelangt. Spätestens mit Blick auf die Karte erklärt sich das von selber. Dahinter darf man noch mal ungestört etwas grün erschnuppern, bevor es weiter geht ins Industriegebiet. Falls man zu den Früheraufstehern unter den Wanderern gehört und zum Beispiel sonntags zwischen 6:30 bis 10 Uhr bei Merzenich vorbeikommt, kann man einen Zwischenstop einlegen und den Werkseinkauf nutzen. Bei einem Rabatt von 25 Prozent auf die Backwaren dürfte sich ein Besuch auch jenseits des Kölnpfades lohnen.

Am Niehler Damm stößt man auf den Rhein, der mich einen zur linken den Rest der Strecke begleiten sollt. Bis zur Fußgängerbrücke am Niehler Hafen läuft es sich angenehm, danach allerdings ändert sich das je nach Tageszeit.

Statt direkt am Rhein verläuft der Kölnpfad weiter auf dem Damm, was bis zur Mülheimer Brücke erheblichen Verkehr mit sich bringt. Nicht alle Fahrradfahrer neigen dazu, Platz zu machen, so dass einem manchmal nur der beherzte Sprung zur Seite rettet. Oder man lässt sich auf ein Duell ein. Mann gegen Kind auf Rad mit Stützrädern. Besser, man folgt auf diesem Stück nicht dem Pfad sondern läuft entlang des Rheins. Sofern dieser kein Hochwasser hat, ist es auch völlig unproblematisch und allemal sicherer.

Die 5. Etappe des Kölnpfads endet kurz hinter der Mülheimer Brücke, auch wenn man vergeblich nach einem Hinweis sucht. Auf der Brücke selber sollte auf jeden Fall die Gelegenheit genutzt werden, um ein Foto zu machen.