Köln-Mühlheim
Schlebusch
14,6 km
3:09 Std.
+89 m / -99 m
06.10.2013
normal
Anreise mit der KVB-Linie 4, 13 oder 18 bis Haltestelle Wiener Platz.
Rückfahrt mit der KVB-Linie 4 ab Schlebusch.

Bei unserer ersten Wanderung auf der 6. Etappe des Kölnpfads stand diese unter keinem guten Stern. Die GPX-Datei des Kölner Eifelvereins erwies sich als fehlerhaft, aus der Teilstrecke wurde ein merkwürdiger Rundwanderweg. Aus solchen Vorfällen lernt man, sich nicht ausschließlich auf die GPS-Navigation zu verlassen. Bei der GPX-Datei hier handelt es sich um eine einigermaßen korrekte Fassung zum nachwandern — die Einschränkung deshalb, weil wir, wo es sinnvoller erschien, Abweichung von der ursprünglichen Strecke vorgenommen haben.

Wer die bisherigen Etappen in der numerischen Reihenfolge gewandert ist, betritt zwar nicht zum ersten Mal im Rahmen des Kölnpfades rechtsrheinischen Boden (Etappe 5 endete bereits auf dieser Rheinseite), aber er wird die gesamte Etappe die rechte Rheinseite erkunden. Dabei gehört diese Etappe definitiv nicht zu den attraktivsten des Rundwanderwegs.

Zwar wird es, wenn man erstmal Mülheim hinter sich gelassen hat, rheinisch schön Richtung Stammheim. Auch den Stammheimer Schlosspark sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Was sich allerdings zwischen Flittard und kurz vor dem Dünnwald abspielt, sollte man lieber schnell wieder vergessen. Hubertusstraße, Evergerstraße und Rogendorferstraße ziehen sich auf gut vier Kilometer. Autos, kuriose Einwohner, mitunter ein Schützenfest, in das man unversehens hineingerät. Viel zu schnell vergisst man die Flittarder Rheinau. Auf dieser sollte man auf Grund von Sonntagspaziergängern, nicht am Wochenende unterwegs sein.

Sobald man unter der A3 durch ist und den Golfclub Leverkusen hinter sich hat, ist man unterwegs auf dem Grüner Kuhweg. Ein kurzen Moment der Erholung, bevor man unser Meinung nach den wirklich gefährlichsten Teil der Strecke, abseits jeglicher Bahnromantik, vor sich hat. Der folgende Teilabschnitt führt einen knapp einen Kilometer ebenerdig entlang einer Bahntrasse, auf der auch die ICEs der Bahn unterwegs sind. Ein Schritt zu viel nach links und man endet als Personenschaden. Unerklärlich, warum hier kein Zaun errichtet wurde. Nadine für die 6. Etappe ein ganz anderen Namen gefunden: die Selbstmörderstrecke. Wenn 1,20 Meter neben einem, nur durch einen schmalen Grasstreifen getrennt, zwei ICE’s vorbeidonnern, weiss man auch, wie der Name zustanden gekommen ist. Da wirkt das Hinweisschild an anderer Stelle geradezu niedlich.

Wer den wirklich schönsten Teil der Strecke sehen will, fährt mit der Linie 4 bis zur Endhaltestelle Schlebusch und schaut sich das dort linker Hand liegende Biotop an — was aber nicht Sinn der Wanderung auf dem Kölnpfad ist, wenn man es genau nimmt.

Bemerkenswert ist an der Strecke der umfangreiche Text dazu im Buch. An vielen Stellen möchten man einfach nur schnell vorbei. Anders, sehenswertes, liegt jenseits des Pfades. Zumindest kann ich jetzt zur Ehrenrettung von Esch und Pesch sagen, das Flittard schlimmer ist. Vor alle liegt es auch noch rechtsrheinisch.