Nettersheim
Kall
17,8 km
2:35 Std.
+280m / -350m
05.03.2015
normal
Anreise von Köln mit dem Zug Richtung Gerolstein bis Bahnhof Nettersheim. Von dort aus ist der Wanderweg ausgeschildert. Rückfahrt ab Bahnhof Kall.

Von Nettersheim in der Eifel bis nach Köln führte der Römerkanal einst frisches Quellwasser. Die Strecke des Römerkanalweg führt auf rund 116 km entlang des historischen Aquäduktes — wider freigelegte Teile davon lassen sich unterwegs bestaunen. Wir haben die insgesamt sieben Etappen soweit angepasst, dass sie sich nicht nur gut als Tagestouren eignen, sondern auch Start und Zielpunkt jeweils mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist und dies auch in der Gesamtlänge einer Strecke berücksichtigt wird.

Startpunkt ist abweichend von der offiziellen Strecke nicht das Naturzentrum Eifel in Nettersheim, sondern der Bahnhof vor Ort. Andernfalls würde man nämlich vom Bahnhof zum Startpunkt laufen, nur um wenig später auf der gleichen Strecke wieder am Bahnhof vorbei zu kommen. Ziel der Etappe ist, dem Grundgedanken folgend, nicht Kall-Dottel sondern Kall selber. Auf der Höhe von Keldenich wird daher der ausgeschilderte Römerkanalwanderweg verlassen und es beginnt ein etwas anspruchsvoller Abstieg runter nach Kall. Der dortige Supermarkt am Bahnhof ist für Wanderer eine willkommene Gelegenheit, sich nach der Wanderung für das verdiente Abendessen einzudecken.

Am Bahnhof Nettersheim, bei dem es sich eigentlich wie in kleineren Ortschaften mittlerweile üblich, lediglich um einen Bahnsteig handelt, umfängt bereits beim aussteigen die frische Eifelluft. Gerade wenn man aus stickigen Köln kommt, weiß man das zu schätzen.

Auch wenn der Start der Route auf Grund der Beschilderung einfach ist, sollte man sich darauf nicht verlassen. Mitunter sind die Schilder etwas sparsam gesät, so dass man häufiger  erst zu spät merkt, falsch abgebogen zu sein. Uns passierte knapp hinter Nettersheim  an der Abzweigung Klosterstraße / Rosentahlstraße. Wir folgten einem schmal Pfad nach oben in ein Waldstück, von wo aus es nicht mehr weiterging. Der Blick runter auf Nettersheim ist zwar nett, der Pfad wieder runter auf die Straße deutlich anspruchsvoller aus rauf. Bei entsprechender Witterung kann das zur Rutschpartie und somit auch zum frühen Ende der Wanderung führen. Also besser aufpassen und dem eigentlichen Streckenverlauf folgen, der auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, rechts an der Gaststätte vorbei führt.

Zur Quellfassung „Grüner Pütz“ führt vorbei an einer Hütte ein schmaler Pfad nach unten. Je nach Witterung ist dort extrem rutschig — Wanderstöcke sind hilfreich. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, sollte man die auf den Abstieg und Hütte verzichten. Folgt man dem Weg oberhalb, findet sich sich weniger hundert Meter eine Treppe, die gefahrlos hinunter zur Quellfassung führt.

Nach 7,4 Kilometer verlässt man ruhige Wanderpfad. Etwa 600 Meter führt der Weg entlang einer vielbefahrenen Landstraße, bei der es nur einen Seitenstreifen gibt — als Fußgänger sollten man hier entsprechend vorsichtig sein. Hinter der Wasserbug Dalbenden überquert man schließlich die Straße und ist wieder frei von motorisierten Verkehrsteilnehmern.

Dafür geht es dann bist zu den Ruinen der Stolzenburg steil nach oben. Wer nach dem Aufstieg noch genügend Puste über hat, macht einen kleinen Abstecher und sieht sich die Mauerreste an. Dabei kann man den Blick über das Land genießen. Alle anderen folgen einfach weiter dem Streckenverlauf.

Kurz vor Sötenich stößt man den Kalksteinbruch der Lafarge Zement Karsdorf GmbH. Am Ortsrand von Sötenich folgt man der Strecke weiter, bis es dann zum letzten Mal aufwärts geht. Den darauf folgende Abstieg nach Kall merkt man deutlich in den Beinen.